Meine Schulter brannte fürchterlich. Ich hatte schon fast vergessen, wie schmerzhaft das Gift der Graslandtaranteln sein konnte.
Glücklicherweise war es dennoch unbedenklich. Nach einer Weile würde seine Wirkung nachlassen und nur ein undschöner Ausschlag zurückbleiben, von dem in wenigen Tagen nicht mehr zu sein sein würde.
Ich betrachtete das Rocco-Gras.
Es sah recht unscheinbar aus.
Einen Moment lang zweifelte ich, ob es tatsächlich war, wofür ich es hielt. Aber Undine war sich sehr sicher gewesen. Zwar sprach die Pflanze nicht zu ihr, aber einige Wasserläufer hatten den Tumult wohl mitbekommen und meinem Wassergeist davon berichtet.
Nachdem ich mich eine Weile umgehört hatte, fand ich heraus, wo in etwa sich das Lager der Cougaron Vangaurds, die im Verdacht standen das andere Wesen gefangen zu halten, befand.
Allerdings war es ausgeschlossen, dass ich ungesehen hinein- und wieder hinausspazieren konnte.
Die Vangaurd bewachten ihre Geisel gut.
Ich legte mich auf die Lauer.
Schließlich kam mir der Zufall zu Hilfe.
Da auch die Cougaron Vangaurd Verbündete der Rancor Forces waren, gab es genug Helden, die sich die Auslöschung dieser Kreaturen zur Hauptaufgabe gemacht hatten.
Eben in dieser Nacht, da ich auf meine Gelegenheit für einen Befreiungsschlag lauerte, hatte sich eine Gruppe von Kriegern und Werfüchsen in der Nähe der Wolfshöhle zusammengefunden und einen Angriff gestartet.
Die Vangaurd waren völlig überrascht, wähnten sie sich doch durch ihre mächtigen Verbündeten in Sicherheit.
Im Lager herrschte Aufregung.
Die meisten Wachen wurden abgezogen um den Angreifern die Stirn zu bieten.
Jene wenigen, die ihren Posten halten mussten, waren für mich mit Undines Hilfe kein großes Hindernis mehr.
Ich hatte mir nur schwer vorstellen können, die genau das Wesen aussehen konnte und deswegen hatte ich keine Ahnung, was mich erwartete.
Nachdem die Wachen überwältigt waren, öffnete ich den Verschlag in dem ich die Geisel vermutete.
Darin stand ein gläsernes Gefäß, einem Alabastron ähnlich. In diesem Flakon befand sich, in einer öligen Flüssigkeit, eine kleine schimmernde Perle.
Für einen Augenblick war ich fasziniert von ihrer Schönheit.
Aber dann entsann ich mich meiner Aufgabe, verwahrte das Fläschchen behutsam in meinem Beutel und verließ so schnell wie möglich das Lager.